Überseeboulevard Hamburg – die zentrale Straße im Überseequartier
Der Überseeboulevard ist die zentrale Fußgängerachse im Überseequartier Hamburg und zieht sich von Nord nach Süd fast einmal durch das ganze Viertel. Der fast 400 Meter lange Boulevard ist mehr oder weniger das Herz des Überseequartiers. Von hier gehen fast alle Straßen ab und du kommst früher oder später eigentlich immer auf den Überseeboulevard. Er verbindet den älteren nördlichen Teil des Überseequartiers mit den neueren Bereichen im Süden und führt dich dabei durch einen Teil der HafenCity, in dem Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Einzelhandel direkt nebeneinander liegen.
Auch wenn du ohnehin irgendwann auf den Boulevard kommst, würde ich ihn einmal ganz von oben bis unten ablaufen. Anders als eine klassische Einkaufsstraße ist der Überseeboulevard nicht von einer durchgehenden Häuserfront geprägt. Stattdessen führt er zwischen verschiedenen Gebäuden und Plätzen hindurch. Der gesamte Überseeboulevard ist auch Fußgängerzone und für den allgemeinen Verkehr gesperrt.


Der Überseeboulevard als Fußgängerzone
Ein wesentlicher Unterschied zu den umliegenden Straßen ist, dass der Überseeboulevard vor allem als Fußgängerbereich gedacht ist. Du kannst hier wesentlich entspannter spazieren als auf den stärker vom Verkehr geprägten Straßen rund um das Quartier. Lediglich zwischen 6:30-9 Uhr von Montag bis Samstag ist der Boulevard für Lieferantenverkehr frei. Das Fahren von E-Scootern und Fahrrädern ist übrigens auch verboten.
Auf beiden Seiten findest du Erdgeschosse mit unterschiedlichen Nutzungen. Dazu gehören Geschäfte, Cafés, Restaurants und Dienstleistungen, aber auch Hotels und weitere Einrichtungen. Dadurch ist der Boulevard nicht nur während einer Shoppingtour interessant, sondern gehört zum normalen öffentlichen Leben im nördlichen Überseequartier.

Wo liegt der Überseeboulevard?
Der Überseeboulevard liegt zentral mittig im Überseequartier. Von oben gesehen teilt er das Quartier grob in zwei Hälften – die eine am Magdeburger Hafen und die andere am Grasbrook Quartier. Der Überseeboulevard verläuft in Nord-Süd-Richtung und bildet damit gewissermaßen das Rückgrat des Quartiers. Der Boulevard startet ganz im Norden des Überseequartiers Am Sandtorkai, gegenüber des St. Annenplatzes. Von dort geht es etwas krumm über den Marktplatz mit dem Cinamon Tower und über die Überseeallee bis der Boulevard schließlich auf den Überseeplatz vor dem Westfield führt. Von dort geht er noch einmal durch des Westfield hindurch und mündet hinter dem Westfield am Miamiplatz. Gleich dahinter befindet sich dann auch schon die Elbe und der Chicagokai.
Am bekanntesten ist aber wohl der Zugang zum Boulevard von der Mitte aus, wo er von der Überseeallee unterbrochen wird. Denn dort hängt hoch in der Luft einmal quer zwischen den Häusern ein großer Überseequartier- Schriftzug. Der Boulevard ist dabei mehr als nur eine Verbindung von A nach B. Schon bei der Planung des Überseequartiers war vorgesehen, ihn als zentrales städtebauliches Gliederungselement durch das gesamte Quartier zu führen.

Der “Überseeboulevard” Schriftzug
Charakteristisch für den Überseeboulevard ist auch der Überseeboulevard-Schriftzug. Der knapp 8 Meter lange Schriftzug ist mit Dratseilen über dem Boulevard aufgehängt und begrüßt alle Beuscher, die dort entlangspazieren. Er ist gewissermaßen auch das Wahrzeichen des Boulevards. Tatsächlich hat der Boulevard sogar zwei Schriftzüge, beide aber im nördlichen Teil des Überseequartiers. Der eine befindet sich am mittleren Eingang in den Boulevard, wo er von der Überseeallee unterbrochen wird. Der zweite Schriftzug hängt in der Tokiostraße, zwischen den Abzweigungen der Singapurstraße und dem Überseeboulevard. Dort befindet sich im Hintergrund auch der Marktplatz mit dem Cinamon Tower.

Was ist ein Boulevard?
Ein Boulevard ist bezeichnet eine breite, meist repräsentative Straße oder Promenade, die häufig von Bäumen, Geschäften, Cafés und anderen öffentlichen Einrichtungen gesäumt wird. Der Begriff kommt aus dem Französischen und bezeichnete ursprünglich einen befestigten Wall beziehungsweise eine Straße, die an dessen Stelle entstanden ist.
Heute wird „Boulevard“ häufig allgemeiner für eine großzügig gestaltete Straße oder Fußgängerzone mit Aufenthaltsqualität verwendet. Genau in diesem Sinn ist auch der Überseeboulevard zu verstehen: Er ist keine klassische breite Hauptstraße, sondern ein zentraler öffentlicher Bereich im Überseequartier, an dem du entlangspazieren, einkaufen, essen oder einfach Zeit verbringen kannst. Das Übersee im Überseeboulevard rührt von der ehemaligen Verwendung als Hafen in der Geschichte des Überseequartiers, aber auch von dem Konzept der Straßennamen von Übersee. Alle Straßen im Überseequartier folgen einem Namenskozept mit internationalen Namen – wie zum Beispiel Tokio, Singapur oder Baltimore.
Was gibt es am Überseeboulevard?
Am Boulevard findest du vor allem kleinere und teilweise inhabergeführte Geschäfte, Gastronomie und Dienstleistungen. Das Angebot unterscheidet sich damit vom großen Einkaufszentrum im südlichen Überseequartier. Zum Angebot gehören unter anderem Mode- und Designgeschäfte, Cafés, Restaurants, Lebensmittelgeschäfte und verschiedene Dienstleistungen. Auch Hotels befinden sich direkt am Boulevard oder in unmittelbarer Umgebung.
Für dich als Besucher bedeutet das: Du musst nicht mit einer bestimmten Einkaufsliste hierherkommen. Der Boulevard funktioniert eher als Teil eines Stadtviertels, durch das du beim Spaziergang verschiedene Geschäfte und gastronomische Angebote entdeckst. Außerdem geht es auch um das moderne Viertel an sich, mit den Häusern, der Architektur und weiteren Sehenswürdigkeiten.

Der Boulevard ist nicht nur zum Einkaufen da
Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte beim Überseeboulevard. Wenn du den Namen hörst, denkst du vielleicht zunächst an eine Einkaufsstraße. Tatsächlich ist er aber stärker ein öffentlicher Stadtraum. Hier wohnen Menschen, gehen zur Arbeit, erledigen ihre Einkäufe, treffen sich zum Essen oder Kaffee und gehen einfach durch das Quartier. Rund um den Boulevard befinden sich zahlreiche Wohnungen und Büroflächen. Der nördliche Teil des Überseequartiers wurde bereits lange vor dem heutigen Westfield entwickelt und ist dadurch stärker als normales Stadtviertel gewachsen.

Die Architektur am Überseeboulevard
Wenn du dich für Architektur interessierst, lohnt es sich, nicht nur auf die Geschäfte zu schauen. Grundsätzlich befinden sich viele verschiedene Gebäude und Baustile am Boulevard. Dabei stehen rund um den Boulevard einige der markanten Gebäude des nördlichen Überseequartiers. Dazu gehören beispielsweise das Sumatrakontor, das Alte Hafenamt und der Cinnamon Tower. Gerade diese unterschiedlichen Gebäude machen den Spaziergang interessanter. Du hast hier nicht nur eine einheitliche Einkaufsarchitektur vor dir, sondern kannst verschiedene Ansätze der modernen HafenCity-Architektur direkt miteinander vergleichen.
Das Alte Hafenamt am Überseeboulevard
Das Alte Hafenamt gehört zu den auffälligsten Gebäuden am Boulevard. Es wurde ursprünglich 1887 errichtet und war eines der wichtigen Verwaltungsgebäude im damaligen Hafenbereich. Heute befindet sich darin das 25hours Hotel Altes Hafenamt. Das Gebäude wurde nach einer umfassenden Sanierung 2016 wieder eröffnet.

Das Sumatrakontor
Das Sumatrakontor ist eines der markantesten modernen Gebäude am Überseeboulevard. Der große Gebäudekomplex fällt durch seine unterschiedliche Fassadengestaltung und die vielen Fenster und Loggien auf. Im Gebäude befinden sich unter anderem Wohnungen und Büroflächen. Im Erdgeschoss gibt es verschiedene Nutzungen, die den Boulevard beleben.

Der Cinnamon Tower
Ein weiteres auffälliges Gebäude ist der Cinnamon Tower. Der Turm steht direkt am Überseeboulevard und ist durch seine Höhe und die markante Fassade schon aus größerer Entfernung zu erkennen. Er steht gleich neben dem Hafenamt am Marktplatz.

Kunst auf dem Überseeboulevard
Eine Besonderheit des Boulevards sind außerdem die regelmäßig stattfindenden Open-Art-Ausstellungen. Dabei werden großformatige Fotografien beziehungsweise Bilder im öffentlichen Raum gezeigt. Die Ausstellung ist kostenlos und kann rund um die Uhr entlang des Boulevards angesehen werden. 2026 läuft beispielsweise die 34. Open Art unter dem Titel „Kunst vor Anker – Kultur in der HafenCity“ vom 24. September 2026 bis zum 22. April 2027.
Der Marktplatz am Überseeboulevard
Im Bereich des Boulevards gibt es außerdem einen Marktplatz, der für Veranstaltungen und unterschiedliche Aktivitäten genutzt wird. Hier finden regelmäßig Veranstaltungen statt, die den Boulevard zusätzlich beleben. Dazu gehören beispielsweise saisonale Veranstaltungen und kleinere Stadtteilfeste. Der Platz ist damit nicht nur Durchgangsbereich, sondern auch ein Ort, an dem sich das Leben im Quartier konzentriert. Allerdings befindet sich hier kein dauerhafter Markt mit tatsächlichem Verkauf, der große, offene Platz heißt lediglich Marktplatz.

Vom Überseeboulevard zum Westfield
Wenn du das Überseequartier kennenlernen willst, kannst du zum Beispiel den Überseeboulevard einmal von Norden nach Süden anschauen. Am Schluss des Boulevards landest du dann am Miamiplatz im südlichen, neuen Teil, direkt hinter dem Westfield Hamburg-Überseequartier an der Elbe. Zuvor kommst du allerdings auch schon am Überseeplatz vorbei. Von dort kannst du dann nach dem gemütlichen Bummel zuvor noch das Shopping-Center erkunden und dich dort weiter aufhalten. Ansonsten schau unbedingt auch noch weiter in den Süden bis unten an die Elbe am Chicagokai – mit oder ohne vorherigem Shopping-Stop.

Wie viel Zeit solltest du für den Überseeboulevard einplanen?
Für eine reinen Spaziergang über den Boulevard brauchst du nicht besonders lange. Er ist ja bloß knappe 400 Meter lang. Mit ein paar mal stehenbleiben für Fotos und Ansehen des Quartiers und der Gebäude und du den Boulevard einfach einmal entlanglaufen möchtest, reichen etwa 10 bis 20 Minuten. Wenn du dir allerdings ausführlicher die Architektur anschaust, einen Kaffee trinkst, in Geschäfte gehst oder die aktuelle Open-Art-Ausstellung ansiehst, kannst du problemlos länger bleiben. Ich würde den Boulevard deshalb nicht als eigenes Ausflugsziel betrachten, für das du mehrere Stunden reservieren musst. Er lässt sich viel besser in einen Rundgang durch das Überseequartier und die HafenCity integrieren.
Rundgang über den Überseeboulevard
Meine Empfehlung für eine einfache und unkomplizierte Route für den Überseeboulevard ist im Norden loszugehen. Starte dazu Am Sandtorkai beziehungsweise am Übergang zur Speicherstadt und gehe von dort in Richtung Überseeboulevard. Auf dem Weg kommst du am Alten Hafenamt vorbei und kannst anschließend weiter durch den Boulevard laufen. Nimm dir dabei ruhig etwas Zeit für die Gebäude links und rechts. Besonders das Alte Hafenamt, Sumatrakontor und der Cinnamon Tower sind Highlighst bei der Runde.
Anschließend gehst du weiter Richtung Süden und überquerst die Überseeallee. Von hier kannst du direkt in den neuen Südteil und zum Westfield weiterlaufen. Von dort würde ich den Weg anschließend bis zur Elbe fortsetzen. An der Elbe entlang gehtst du bis vor zur New-Orleans-Straße und gehst diese am Magdeburger Hafen entlang bis du wieder auf die Überseeallee triffst. Dann geht es am Störtebecker-Ufer entlang bis zum Dar-es-Salaam Platz und du stehst wieder circa beim Ausgangspunkt.

Lohnt sich der Überseeboulevard im Überseequartier?
Wenn du hauptsächlich nach großen Sehenswürdigkeiten suchst, wirst du hier vielleicht nicht die spektakulärste einzelne Attraktion finden. Der Reiz liegt eher in der Gesamtheit des Stadtbildes und der modernen und neuen Bauweise des Viertel, sowie dem Gefühl des neuen Hamburgs das dort transportiert wird. Wenn du außerdem das Überseequartier beuschen und entdecken möchtest, ist der Boulevard sowiso ein Muss.
Kurzgesagt, ja, der Überseeboulevard lohnt sich zu besuchen. Egal ob du nur kurz vorbeischaust oder bewusst ins Viertel willst, der Besuch ist es wert. Gerade für einen ersten Besuch der HafenCity finde ich den Boulevard deshalb interessant, weil du hier nicht nur eine einzelne Sehenswürdigkeit besichtigst, sondern Hamburgs neues Stadtviertel wirklich erleben kannst.

Mein Eindruck vom Überseeboulevard
Für mich ist der Überseeboulevard vor allem deshalb interessant, weil er zeigt, dass das Überseequartier mehr ist als das große Westfield im Süden. Hier bekommst du auch den älteren Teil des Quartiers mit seinen Wohn- und Bürogebäuden, kleineren Geschäften, Gastronomie und markanter Architektur zu sehen. Gleichzeitig ist der Boulevard eine gute Verbindung zwischen Speicherstadt, nördlichem Überseequartier und dem neuen Südteil. Wenn du das Überseequartier wirklich kennenlernen möchtest, würde ich deshalb nicht direkt mit dem Westfield anfangen. Lauf zuerst einmal durch den Überseeboulevard und anschließend weiter Richtung Elbe. So bekommst du ein wesentlich vollständigeres Bild vom Quartier.
Insidertipp
Wenn du den Überseeboulevard besuchst, plane nicht nur den Weg von einem Geschäft zum nächsten ein. Schau zwischendurch bewusst nach oben und auf die Gebäude. Gerade der Wechsel zwischen Altem Hafenamt, Sumatrakontor, Cinnamon Tower und den übrigen modernen Bauten macht den Boulevard architektonisch interessant.
Noch besser ist die Kombination mit einem anschließenden Spaziergang zum Magdeburger Hafen und weiter zum Südteil des Überseequartiers. So kannst du den älteren und den neuen Bereich direkt miteinander vergleichen.
FAQ Überseeboulevard
Der Überseeboulevard ist die zentrale Fußgängerachse des nördlichen Überseequartiers. Entlang des Boulevards findest du Geschäfte, Gastronomie, Dienstleistungen, Hotels und verschiedene markante Gebäude.
Teilweise. Es gibt zahlreiche Geschäfte und Gastronomiebetriebe, der Boulevard ist aber gleichzeitig ein öffentlicher Stadtraum und Teil eines gemischt genutzten Stadtviertels mit Wohnungen, Büros und Hotels.
Zu den markanten Gebäuden gehören unter anderem das Alte Hafenamt, das Sumatrakontor und der Cinnamon Tower. Außerdem finden regelmäßig Kunstausstellungen und Veranstaltungen auf dem Boulevard statt.
Für einen kurzen Spaziergang reichen etwa 10 bis 20 Minuten. Wenn du Geschäfte, Gastronomie, Architektur und aktuelle Veranstaltungen mitnehmen möchtest, solltest du entsprechend mehr Zeit einplanen.
Der Boulevard liegt im nördlichen Überseequartier und beginnt Am Santorkai im Überseequartier. Er führt anschließend in Richtung Süden durch das Quartier, über den Überseeplatz und endet hinter dem Westfield am Miamiplatz.
Ja, das ist sogar eine gute Möglichkeit. Du kannst vom nördlichen Überseeboulevard über die Überseeallee in den südlichen Teil und anschließend zum Westfield Hamburg-Überseequartier weiterlaufen.

